Mit dem Projekt FrauWiN – Frauen wohnen in unserer Nähe setzt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Trier ein starkes Zeichen gegen weibliche Wohnungslosigkeit. Die offizielle Eröffnung der Wohnungen erfolgt unter der Schirmherrschaft von Verena Hubertz und markiert einen wichtigen Meilenstein in einem zukunftsweisenden sozialen Engagement.
FrauWiN ist Teil der weltweiten Initiative FamVin – 13 Häuser, mit der die Vinzentinische Familie weltweit konkrete Antworten auf Wohnungslosigkeit entwickelt. In Trier wird dieses Anliegen nun in besonderer Weise greifbar.
Ein wachsendes Problem – und eine konkrete Antwort
Die Zahl wohnungsloser Frauen in Trier steigt deutlich: Während im Jahr 2020 etwa 250 Frauen das Café Haltepunkt des SkF aufsuchten, waren es 2025 bereits rund 800. Hinter diesen Zahlen stehen oft dramatische Lebensgeschichten. Viele der betroffenen Frauen leiden zusätzlich unter psychischen Erkrankungen – häufig Auslöser für den Verlust der Wohnung und zugleich ein großes Hindernis auf dem Weg zurück in ein stabiles Mietverhältnis.
Hier setzt FrauWiN an: nicht mit kurzfristiger Hilfe, sondern mit einem nachhaltigen, strukturierten Konzept.

Wohnen lernen – Perspektiven eröffnen
Kern des Projektes sind zwei zentral gelegene Wohnungen in Trier, die der SkF als Hauptmieterin an Frauen in schwierigen Lebenssituationen untervermietet. Doch FrauWiN ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf.
Die Teilnehmerinnen durchlaufen einen bis zu dreijährigen Betreuungsprozess, der Wohnen als Lern- und Entwicklungsraum versteht:
- Intensive Begleitung durch zwei qualifizierte Fachkräfte
- Modulbasierte Schulungen rund um das Thema Wohnen
- Stärkung von Alltagskompetenzen und Selbstverantwortung
- Vorbereitung auf den regulären Wohnungsmarkt
Am Ende steht ein Zertifikat, das Vermieterinnen und Vermietern bestätigt: Diese Frauen sind bereit für ein verlässliches und verantwortungsvolles Mietverhältnis.
Brücken bauen – Vertrauen schaffen
Ein wesentliches Ziel von FrauWiN ist es, auch auf Seiten der Vermieterinnen und Vermieter Vertrauen aufzubauen. Wohnraum entsteht nicht allein durch Gebäude, sondern durch Beziehungen. Das Projekt wirbt gezielt dafür, Frauen nach schwierigen Lebensphasen eine neue Chance zu geben – auf Grundlage von Respekt, Verlässlichkeit und professioneller Begleitung.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Ermöglicht wird FrauWiN durch die großzügige Unterstützung des Unternehmens JTI, das die Finanzierung für zunächst drei Jahre sichert und damit ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung setzt.
Gleichzeitig wird das Projekt wissenschaftlich von der Universität Trier begleitet. Die Erkenntnisse dieser Studie werden in einem Abschlussbericht veröffentlicht und im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt.
Ein Modell mit Strahlkraft
Mit der Schirmherrschaft der Bundesbauministerin und der wissenschaftlichen Auswertung verfolgt FrauWiN ein klares Ziel: Modellcharakter. Das Projekt soll über Trier hinaus wirken und andere Städte, Unternehmen und Institutionen motivieren, ähnliche Initiativen ins Leben zu rufen.
Denn Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen – sie ist eine gesellschaftliche Herausforderung. FrauWiN zeigt, dass konkrete, menschliche und zugleich professionelle Lösungen möglich sind.
Vinzentinischer Auftrag – heute konkret
Als Teil der Vinzentinischen Familie steht FrauWiN in der Tradition des hl. Vinzenz von Paul: Not sehen, verstehen und handeln. Das Projekt macht sichtbar, was oft übersehen wird – und eröffnet Frauen neue Wege in ein selbstbestimmtes Leben.
