Wie es schon gute Tradition ist, haben sich viele Schwestern und Brüder vom 08.-10. April bei den Vinzentinerinnen in Untermarchtal getroffen, um Fragen der vinzentinischen Spiritualität zu besprechen und zu vertiefen. Auch dieses Mal fanden sich über 80 Teilnehmende ein, wobei auch viele Laien darunter waren. 

Durch Veränderungen der Verantwortlichkeiten und der Struktur trägt die Tagung nicht mehr den Namen Megvis, sondern ViLo-Tagung als Abkürzung für Vinzenz und Louise.

Im Mittelpunkt der Beiträge stand bei diesem Treffen die hl. Louise, ihre Person, ihr Lebens- und Glaubensweg und ihre Spiritualität.

Zu Beginn gab P. Alexander Jernej CM einen Überblick über die Zeit, in der die hl. Louise lebte und wirkte.

Aber es wurde natürlich nicht nur über sie gesprochen, sondern ein Ziel der Tagung war es auch, sie im Original zu Wort kommen zu lassen. Schon seit einiger Zeit widmen sich Louise-Expertinnen und Experten um die Übersetzung der Gedanken und der Briefe der hl. Louise. Dabei heben die Übersetzenden eine Vielzahl von Schätzen. Federführend dabei ist Frau Dr. Annette Schleinzer, die den Teilnehmenden einige Kostbarkeiten ihrer Übersetzungsarbeit präsentierte, die die Heilige schon jetzt in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Am Abend gab es dann eine musikalische Annäherung an die hl. Louise mit Liedern von Robert Haas, die nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz berührten.

Dr. Susanne Kaup präsentierte eine Vielzahl von Louise-Bücher, die das Thema vertiefen halfen.

Um dem Menschen Louise mehr auf die Spur zu kommen, sprachen Schwester Veronika Häusler und der Psychotherapeut Prof. Bert te Wildt über die verschiedenen psychischen Verfasstheiten der Heiligen.

Abgerundet wurde das Louisebild durch den Vortag von Schwester Dr. Barbara Flad, die über die Kunst der Beziehung und der mitfühlenden Kommunikation bei ihr sprach.

All dies trug dazu bei, die hl. Louise mit neuen Augen zu sehen und ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigene Spiritualität und ihren eigenen Weg in der vinzentinischen Gründerzeit zu sehen und wertzuschätzen. Sie ist weit mehr als ein „Anhängsel“ des hl. Vinzenz.

Daneben war genügend Zeit für Begegnung und Austausch, was rege genutzt wurde.

Bei der nächsten Tagung wird uns um das Thema „Beziehungen bei der hl. Louise und beim hl. Vinzenz“ gehen.