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Die Geschichte der deutschen Vinzentiner

Nur wenige geistliche Gemeinschaften sind im deutschen Raum so aus dem Weltklerus entstanden wie die deutsche Provinz der Missionspriester des Hl. Vinzenz von Paul.

Die Wiege der deutschen Provinz stand in der alten Kaiserstadt Aachen, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Ort vieler Werke der christlichen Nächstenliebe war. Drei Kapläne fassten den Plan, als Volksmissionare ihr Leben der Erneuerung des geistlichen Lebens zu widmen und zu diesem Zweck eine Gemeinschaft zu gründen.

Die Kongregation der Mission, die der Hl. Vinzenz von Paul zum gleichen Zweck gegründet hatte, sollte ihnen als Vorbild dienen.

Tatsächlich traten sie 1850 in diese Gemeinschaft ein.

Nach Beendigung ihres Seminars (Noviziat) im Mutterhaus in Paris ließen sich diese Priester als erste deutsche Missionspriester des Hl. Vinzenz in der rheinischen Metropole Köln nieder. Auch leiteten die Vinzentiner die bischhöflichen Konvikte von Neuss und Münstereifel, Hildesheim und Heiligenstadt.

Durch die Bemühungen dieser ersten Vinzentiner kamen 1852 aus Paris auch die Barmherzigen Schwestern nach Deutschland. Weitere Berufene von Schwestern kamen bald aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis der Missionare, sodass 1869 die Kölner Schwesternprovinz gegründet wurde.

Das unselige Kulturkampfgesetz von 04. Juli 1872 zerschlug die emporstrebende Vinzentinerprovinz. Zunächst in alle Welt zerstreut, sammelten sich die meisten Mitglieder wieder nach und nach in Belgien, in Theux bei Spa.

Als damalige Missionszentren sind zu erwähnen die Niederlassungen in Josefsthal und Gouvy nahe der deutsch-beligischen Grenze.

Nach Beendigung des Krieges und der Feindseligkeiten im Jahre 1918 mussten die deutschen Vinzentiner hinnehmen, dass die belgische Regierung ihr schönes Provinzhaus in Theux beschlagnahmte. Das Haus in Köln, Stolkegasse 6, konnte wieder seiner früheren Bestimmung als Provinzialat zugeführt werden. In rascher Folge wurden dann neue Niederlassungen gegründet. So erwarb die Gemeinschaft im Jahr 1920 das ehemalige Benediktinerkloster Niederprüm in der Diözese Trier, das zunächst die Kleriker aufnahm.

Im Jahre 1925 wurde dort eine Missionsschule eingerichtet. Nach langjähriger Unterdrückung durch die Machthaber des Dritten Reiches ist heute in diesem Gebäude das Vinzenz-von-Paul-Gymnasium untergebracht. Ebenfalls im Jahre 1920 ging das herzöglich Arnsbergische Schloss in Schleiden (Eifel), in dem ein Gymnasialkonvikt eingerichtet wurde, in den Besitz der Missionsgesellschaft über. Im Jahr 1921 kam das Missionshaus in Lippstadt (Vinzenzkolleg) hinzu. 1927 übertrug man den Vinzentinern die bischöflichen Konvikts „Georgianum" in Duderstadt, zwei Jahre später auch das bischöfliche Konvikt Hildesheim.

Seit 1934 befindet sich das Noviziat- und Studienhaus der Vinzentiner im Vincentinum Trier, wo die angehenden Missionspriester ihre wissenschaftliche Ausbildung an der Theologischen Fakultät erhalten.

Das Hauptgewicht der außereuropäischen Tätigkeit der deutschen Provinz der Vinzentiner lag in Costa Rica, wo ihr das Apostolische Vikariat Limon, das staatliche anerkannte erzbischöfliche Gymnasium der Hauptstadt San José sowie das Zentralseminar für die Heranbildung des Klerus der drei Diözesen des Landes anvertraut wurden. Hier verdienen noch die bedeutenden Bischöfe der Hauptstadt San José, die der deutschen Provinz entstammten, hervorgehoben zu werden: Msgr. Bernhard Thiel aus Elberfeld und Msgr. Caspar Storck aus Köln, die zusammen 40 Jahre die Diözese leiteten, als das ganze Land noch eine einzige Diözese war.

Das nationalsozialistische Regime und der Zweite Weltkrieg waren neuerlich schwere Belastungsproben für die deutsche Provinz. Da das frühere Provinzhaus in der Stolkgasse während des Krieges völlig zerstört worden war, übersiedelte das Provinzialat 1949 in das neu erworbene Haus in der Rolandstraße.

Zurzeit gehören der deutschen Provinz 16 Mitbrüder im Alter von 32 bis 75 Jahre an, die in vier Niederlassungen (Köln, Lippstadt, Niederprüm, Trier) leben und arbeiten. Die pastoralen Arbeitsbereiche der Mitbrüder sind vielfältig: Neben Schulunterricht und Seelsorge am ordenseigenen Gymnasium, sind sie in den Pfarreien, Krankenhäusern und Altenheimen tätig. Ebenso gehört die Gehörlosen- und Behindertenseelsorge zu den Aufgaben. Die Seelsorge bei den Vinzentinerinnen stellt ein weiteres Arbeitsgebiet dar. Vier weitere deutsche Mitbrüder arbeiten bis heute in der Vizeprovinz Costa Rica.

Nach der politischen Wende von 1989 sind die Beziehungen der vinzentinischen Ordensprovinzen in West- und Osteuropa immer enger geworden. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg wird zunehmend zu einer Selbstverständlichkeit. Die deutschen Vinzentiner werden die Chancen nutzen, die in dieser Entwicklung liegen.




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