Willkommen bei den Vinzentinern


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INHALT

Unser Jahresheft

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Grußwort des Provinzials 2016


Liebe Freunde der Vinzentinischen Familie!

Das Jahr 2017 hat für uns alle eine ganz besondere Beudeutung, da es uns daran erinnert, dass der hl. Vinzenz von Paul nach einigen Jahren des Suchens vor vierhundert Jahren, im Jahr 1617, im damaligen Frankreich seine Aufgabe in der Kirche klar erkannt hat: Wir begehen im kommenden Jahr 2017 den 400. Gründungstag unserer Kongregation der Mission, der Gemeinschaft der Vinzentiner oder Lazaristen.

Vor kurzen durfte ich gemeinsam mit einer größeren Zahl deutscher und österreichischer Mitbrüder an Gemeinschaftsexerzitien teilnehmen, in denen uns ein niederländischer Mitbruder wieder die Grundzüge unserer vinzentinischen Spiritualität erschlossen hat.
P. van Knippenberg zeigte uns auf, dass in der Geschichte der Spiritualität es immer wieder um zwei Pole geht, um Gott und den Menschen, wobei sie allerdings in der Zeit von Vinzenz vor 400 Jahren noch anders gesehen wurden. Der Glaube an Gott und an die Transzendenz war damals noch nicht in seinen Grundfesten betroffen und die Verbindung zwischen Gott und Mensch war noch nicht grundsätzlich infrage gestellt. Es erstand aber bereits ein wachsender Glaube an das eigene Vermögen des Menschen und auch das ,wie' der Beziehung geriet im Streit zwischen Reformation und Gegenreformation in schwere Auseinandersetzungen. Schon damals und noch mehr im folgenden 18. Jahrhundert begann dann ein langsamer Prozess dder ,Entzauberung der Welt', der Hand in Hand ging mit einer breiten Bewegung der Säkularisation. Diesen Prozess nennt ein französischer Philosoph die "Vermenschlichung des Göttlichen". Andererseits sehen wir, paralell dazu, eine Form der Kompensation, eine Vergöttlichund des Menschlichen.

Gerade wenn wir auf diesen langen Prozess blicken, der dan zum heutigen säkularen Europa hinführt, kann die Rückbesinnung auf das Gründungsjahr unserer Gemeinschaft recht wichtige Hilfestellungen für gute langen unserer heutigen Fragen geben.

Zwei zentrale Ereignisse haben damals den spirituellen Prozess des Vinzenz de Paul eingehend beeinflusst und ihn auf die zwei entscheidenden Themen seines Lebens und Arbeitens vorbereitet, die in zwei Grundbegriffen ausgedrückt werden können: Mission und Caritas.


Vinzenz wurde zunächst zum Bett eines sterbenden Bauern bei Gannes gerufen. Dieser Mann war voller Angst und fühlte sich schuldig wegen seines bisherigen Lebens. Vinzenz war tief beeindruckt und sah um Gesicht dieses Mannes das Antlitz Christi. Er besprach mit Frau de Gondi eine Aktion, die weit über diese Dörfer hinausgehen sollte, den Aufruf zur Lebensbeichte, über die er am 25. Januar 1617 erstmalig predigte. Vinzenz wollte das Elend von Unwissenheit, vonZwang und Unterwerfung überwinden und die Menschen befreien zu dem, was sie sind: Kinder Gottes, die seiner Barmherzigkeit vertrauen dürfen. So wurde damals das Konzeot der Mission bei Vinzenz geboren.

Die zweite entscheidende Erfahrung hat auch mit Armut und Barmherzigkeit zu tun, aber von anderer Art. In Chatillon Les Dombes bekam er an einem Sonntag im August 1617, kurz vor der Messe, Nachricht über eine arme Familie, deren Vater und Ernährer gestorben war und prdigte sofort darüber. Das geschah anscheinend mit einer solchen Überzeugung, das bereits am Nachmittag eine Prozession von Menschen mit Hilfsmitteln für diese Familie auf der Straße zu finden war. Allerdings war das nach kurzer Zeit wieder vorbei. Auch hier war die Antwort von Vinzenz ganz klar: Unter den Menschen gibt es viel Liebe, aber oft ist sie schlecht organisiert. Und so wurde der zweite große Bereich des heiligen Vinzenz geboren: die Caritas.

Vinzenz hat damals die Herausforderungen seiner Zeit erkannt. Wir stehen vor gleichen Forderungen: Einer Welt im Umbruch und einer Kirche mit prophetischen Führern wie unserem Papst Franziskus, der uns Gottes Barmherzigkeit im geistlichen und materiellen Leben so brennend und fordernd für unser Christsein nahelegt.

Als Vinzentiner sollten wir im 400. Jahr unserer Berufung dies immer wieder neu hören können. Möge Got uns dazu die Kraft seines Geistes geben!



P. Franz Kangler C.M.
Visitator (Provinzial)




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