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Vinzenz von Paul


"Ein Genie der Nächstenliebe"

Am Ende des 16. Jahrhunderts war Frankreich geprägt von Kriegen, Hungersnöten, Seuchen und sittlicher Verwahrlosung. In diese Welt hinein wurde Vinzenz am 24. April 1581 als drittes von insgesamt sechs Kindern einer armen Bauernfamilie in Pouy (heute: Saint-Vincent-de-Paul; Südwest-Frankreich) geboren. Trotz großer Armut ermöglichte ihm sein Vater das Studium der Theologie und bereits im Jahre 1600 wurde er zum Priester geweiht. Er strebte nach Einkommen und Karriere und eigentlich lief nun alles für ihn in geregelten Bahnen. Jedoch geriet er kurze Zeit später während einer Seefahrt in die Gefangenschaft von Seeräubern, die ihn als Sklaven nach Nordafrika verkauften. Nach zwei Jahren ständiger Demütigungen gelang ihm die Flucht in die Freiheit. Zurück in Paris arbeitete er von 1613 bis 1625 als Geistlicher und Erzieher des Galeerengenerals de Gondi. Dort vollzog sich langsam eine Wende im Leben von Vinzenz. Die Begegnung mit dem Elend der Kranken im Hôpital de la Charité, die Lebensbeichte eines sterbenden Bauern und der Einfluss von Kardinal Bérulle, dem großen geistlichen Erneuerer Frankreichs, führten ihn auf den Weg der Nächstenliebe. 1617 legte er das Gelübde ab, sein ganzes Leben dem Dienst der Armen zu weihen. "Lieben wir Gott - aber auf Kosten unserer Arme und im Schweiße unseres Angesichts" wurde fortan sein Lebensmotto. So setzte Vinzenz für die französischen Galeerensträflinge Hafterleichterungen durch. Er sammelte aber auch Almosen für die Gefangenen, besuchte und tröstete sie persönlich. Als Vinzenz einmal - es war in Chatillon les Dombes - bei einer Predigt zur Hilfe für eine notleidende Familie aufrief, erlebte er, dass die Bereitschaft zur Nächstenliebe einer gewissen Organisation bedarf, um wirksam zu sein. So kam es 1617 zur Gründung der ersten Caritas-Bruderschaft zur Versorgung der Armen.

Gründung der Vinzentiner und Vinzentinerinnen

Besonders am Herzen lag Vinzenz die verlassene und verwahrloste Landbevölkerung. 1625 sammelte er eine Gemeinschaft von Weltpriestern um sich und unterhielt in ungezählten Dörfern Volksmissionen. „Den Armen die Frohe Botschaft verkünden" war das Leitwort dieser Priestergemeinschaft, aus der die „Kongregation der Mission" (Gemeinschaft der „Vinzentiner" oder „Lazaristen") hervorging.1633 gründete Vinzenz zusammen mit der Witwe LeGras, geborene Luise de Marillac, die „Töchter der christlichen Liebe" (Gemeinschaft der Vinzentinerinnen). Mit ihrer Hilfe ließ sich die Arbeit für die Armen noch wirksamer gestalten. Diese Gemeinschaft war zur damaligen Zeit etwas völlig Neues: In einer einfachen Landfrauentracht und ohne Klausur gingen diese Frauen von Haus zu Haus um kranke und alte Menschen zu pflegen und ihnen beizustehen.

Neue Aufgabengebiete

Vinzenz organisierte umfassende Hilfen für Flüchtlinge und Verwundete des Bürgerkrieges. Um das theologische Niveau der Priester zu heben, hielt er regelmäßig Weiheexerzitien und Konferenzen ab.

Das Lebensende

Als Vinzenz kurz nach dem Tod von Luise im März 1660 am 27. September des gleichen Jahres als 79jähriger starb, konnte er auf ein Lebenswerk zurückblicken, das menschliche Kräfte fast überstieg. Hunderttausenden half er in ihren Nöten und viele verdankten ihm das Leben. Der Geist des Mitgefühls und des Erbarmens - von Vinzenz als „innerstes Geheimnis Gottes" bezeichnet - hatte durch ihn gewirkt.

Bleibende Bedeutung

Auch die Kirche erkannte dieses Wirken an: 1729 wurde Vinzenz seliggesprochen; 1737 wurde er in die Schar der Heiligen gereiht. Sein Festtag wird am 27. September, dem Tag seines Todes, begangen. Begraben ist er in der Kapelle des Mutterhauses der Vinzentiner in Paris (Rue de Sérves).Noch heute wirkt der Geist des heiligen Vinzenz weiter: Die verschiedenen Gemeinschaften der vinzentinischen Familie - Priester, Brüder, Schwestern und Laien - arbeiten nach seinem Vorbild für und mit den Armen dieser Welt. Auch außerhalb der Vinzenz-Familie ist sein Geist lebendig: Mutter Theresa von Kalkutta hat z. B. gesagt, dass sie für ihr Werk Franz von Assisi und Vinzenz von Paul am meisten zu verdanken habe.

Literatur Titel/Autor
Verlag/ISBN-Nr.

Pionier der Moderne
Das abenteuerliche Leben des Vinzenz von Paulvon
Bernard Pujo
Herder Verlag
ISBN: 345-132-145-9

Vinzenz von Paul
Leidenschaft für die Armen
Luigi Mezzadri
Eine Topos plus Biographie
ISBN: 3-7867-8478-7

Vinzenz von Paul
Stationen und Wege
Alfonsa Magdalena Richartz
Johannes-Verlag Leutesdorf
ISBN: 3-7794-1476-7




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