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Seelsorge


Hospizhaus Trier

An den Wendepunkten des Lebens

Im Januar 2007 wurde P. Norbert Ensch C.M. von Bischof Dr. Reinhard
Marx mit der

Seelsorge im stationären Hospiz in Trier beauftragt. Das stationäre Hospiz hat die Möglichkeit, Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten und ihnen ein Sterben und Abschiednehmen in menschenwürdiger Umgebung zu ermöglichen.

Zeugnis des christlichen Glaubens

In der letzten Lebensphase müssen Menschen immer deutlicher erkennen, dass ihre Lebensmöglichkeiten abnehmen und schließlich zu einem endgültigen Ende kommen. Diese Erfahrungen stellen den Glauben der Betroffenen, aber auch ihrer Angehörigen, oftmals auf eine harte Bewährungsprobe. Es entsteht eine Krise, weil die Fähigkeit des Menschen sich dem gütigen und barmherzigen Gott anzuvertrauen, aufs Äußerste herausgefordert wird.

Die Zeit des Abschiednehmens

Schwerstkranke Menschen verbinden häufig mit dem Festhalten an Gott die Hoffnung auf einen bestimmten Erfolg, etwa den guten Ausgang einer Operation, die Wirkung eines Medikaments, das Gesundwerden, die Heimkehr und das Überleben. Die Menschen im stationären Hospiz haben während der Zeit ihrer Krankheit viele Höhen und Tiefen, Hoffen und Bangen erlebt, auch im Gebet und Glauben. Sie sind jetzt an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, wo sich sich auf den endgültigen Abschied vorbereiten müssen. Gerade in dieser Zeit der Auseinandersetzung mit den eigenen Tod ist es für viele Menschen wichtig, seelsorgliche Begleitung zu erfahren.
Wer einen sterbenden Menschen begleitet, wird mit ihm die Ohnmacht vor dem Geheimnis des Todes erfahren. Vielen Menschen fällt es schwer, diese Ohnmacht zu ertragen.

Die Bewältigung

Das Gebet kann eine Hilfe zur Bewältigung dieser Ohnmacht sein, wenn der Begleiter im Gebet mit dem Erleben des Sterbenden mitgeht, auch in seiner Auflehnung, in seinem Zweifel und in seinem Hader. Die Psalmen bieten viele Beispiele dafür, wie ein Glaubender seine Gefühle und Wünsche, seine Enttäuschungen und Nöte vor Gott ausspricht. Entscheidend ist, dass der Begleiter wahrnimmt, was den Kranken bedrückt, und dies im Gebet vor Gott formuliert. Sonst läuft er Gefahr, dass der Sterbende sich unverstanden fühlt und das Gebet nicht nachvollziehen kann, dass er somit in der letzten Lebensphase ohne Glaubenshilfe gelassen wird. (vgl. Die deutschen Bischöfe: Die Hospizbewegung - Profil eines Weges in katholischem Verständnis).

Die Seelsorge im Hospiz Trier

P. Norbert Ensch wird in der Seelsorge im stationären Hospiz von P. Andreas Müller unterstützt. Da die Seelsorge im Hospizhaus eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, die zusätzlich zu unseren Aufgaben in der Pfarreiseelsorge wahrgenommen wird, ist es gut, sie auf mehrere Schultern zu verteilen zu können. Die Erfahrungen in der Betreuung haben gezeigt, wie wichtig dieser Bereich gerade für uns Vinzentiner ist. Wir haben den Eindruck gerade hier, dem Gründungscharisma unserer Gemeinschaft nahe zu sein. Die Gespräche mit den Patienten und ihren Angehörigen ermöglichen uns oft, ein BIld von Kirche und Seelsorge zu vermitteln, das viele Menschens so nicht mehr kennen. Es ist dann in vielen Fällen zu erleben, wie über die Situation der unmittelbar Betroffenen hinaus, Begebenheiten erzählt werden, in denen die Menschen durch Schicksalsschläge oder wegen persönlicher Enttäuschungen sich von Gott und der Kirche entfremdet haben.
Hier finden diese Menschen durch die spezielle Atmosphäre des Hauses angeregt, die Möglichkeit sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen und sie mit Unterstützung der Seelsorger zu verarbeiten.
Ein anderer Punkt, der in der Betreuung des Hauses wichtig ist, sind die Gespräche mit dem Pflegepersonal. Gerade diese Menschen brauchen ein offenes Ohr und Menschen, die ihnen zuhören. Dabei geht es darum, dass es notwendig und gut ist, jemanden zu haben, der nicht direkt im Pflegeablauf involviert ist, aber dennoch um die Situation des Hauses weiß und vor allem verschwiegen ist.
Wir können nach fast einem Jahr der Betreung von sterbenden Menschen und der Begleitung ihrer Angehörigen sagen, dass es eine Form der Seelsorge ist, die jeden mit Fragen konfrontiert, auf die es manchmal keine Antwort gibt. Das Glaubenszeugnis der Menschen, die wir dort auf dem allerletzten Stück ihres Lebensweges begleiten dürfen, ist zutiefts beeindruckend. Es ist eine Erfahrung, die immer wiederkehrt: Wir Seelsorger verlassen das Hospizhaus als tief beschenkte Menschen und das Wort unseres Gründers, des hl. Vinzenz von Paul, bewahrheitet sich dort:
 "Aus jedem Paar Augen schaut euch Christus an."
In diesem Wissen können wir nur sagen, dass wir froh und dankbar sind für die Arbeit, die wir im stationären Hospiz in Trier tun dürfen.
P. Andreas Müller C.M. (2008)




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