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Das Vincentinum Trier

Neuer Geist in alten Mauern

Am Festtag des heiligen Maximin, dem 29. Mai 1933, begann die Geschichte des Vincentinums als Ausbildungs- und Studienhaus der deutschen Provinz. An jenem Tag erhielten nämlich die Vinzentiner Schlüssel und Hausrecht für die so genannte "Langflügelkaserne" von St. Maximin.

Der Ort nördlich der alten Trierer Stadtbefestigung kann auf eine lange Tradition zurückblicken:



Schon vor über 1600 Jahren ist hier eine christliche Begräbnis- und Kulturstätte entstanden, aus der später die Reichsabtei St. Maximin hervorging. Die französischen Revolutionsgruppen machten allerdings 1794 dem Klosterleben ein Ende. Danach wurden die Abteigebäude von französischem und später preußischem Militär als Kaserne genutzt. Als die Mitbrüder den Kasernenumbau und den davor gelegenen Exerzierplatz erwarben, wollten sie in einer politisch und gesellschaftlich unruhigen Zeit einen Neuanfang wagen. Endlich sollte die deutsche Provinz ein eigenes, festes Ausbildungshaus für den Nachwuchs erhalten! Die fast gleichzeitig stattfindende Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt im Sommer 1933 empfanden die Mitbrüder als zusätzliche Ermutigung.

Leider zeigte sich, dass das Gebäude in einem denkbar schlechten Zustand war. Erst nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen, die vor allem durch die Brüder der Gemeinschaft ausgeführt wurden, konnte das Vincentinum am 1. Mai 1934 seiner Bestimmung übergeben werden. Als wenige Jahre später der Zweite Weltkrieg ausbrach, blieb das nicht ohne Folgen für unser Ausbildungshaus. So wie das Mutterhaus der Vinzentiner in Paris -Saint Lazare - schon zu Lebzeiten des heiligen Vinzenz ein Zufluchtsort für obdachlose Menschen war, so wurde auch das Vincentinum in den Kriegs- und Nachkriegsjahren vorübergehend zu einer Bleibe für Ursulinen und Benediktinerinnen. In den 60er und 70er Jahren kam es zu größeren baulichen Veränderungen im Haus. Die Kapelle und der Speisesaal wurden neu gestaltet. Da die Zahl der Mitbrüder abnahm, wurde ein Teil des Vincentinums zu Mietwohnungen umgebaut. 1984 konnte mit einer großen Jubiläumsfeier das 50jährige Bestehen des Ausbildungshauses gefeiert werden. Die Festmesse mit dem Trierer Bischof Dr. Hermann-Josef Spital und das anschließende Volksfest im Garten sind bis heute vielen Mitbrüdern und Nachbarn in guter Erinnerung.

1991 gab es einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Vincentinums: Nach jahrzehntelanger Tätigkeit musste leider die kleine Kommunität der Vinzentinerinnen von deren Provinzleitung abgezogen werden. Auch bei den Schwestern wurde der Nachwuchsmangel immer drückender! Die Schwestern hatten nicht nur die anfallenden hauswirtschaftlichen Arbeiten verrichtet, sondern auch spürbar zu einer geistlichen Atmosphäre im Haus beigetragen. Seit dem Weggang der Schwestern werden die hauswirtschaftlichen Aufgaben von Angestellten erledigt, die sich mit großem Engagement für das Vincentinum einsetzen.

Viele Menschen haben in den vergangenen Jahrzehnten in diesem Haus gelebt und es geprägt. Nahezu alle heutigen deutschen Vinzentiner, Priester und Brüder, sowie viele Mitbrüder aus anderen Provinzen und Ordensgemeinschaften, sind hier ausgebildet worden. Das Vincentinum ist für sie alle zu einem Stück Heimat geworden, wo sie entscheidende Jahre ihres Lebens verbracht haben.

Manch einer hatte schon befürchtet, dass bei abnehmenden Eintrittszahlen unser Ausbildungshaus irgendwann einmal geschlossen würde. Doch die Entwicklung der vergangenen Jahre gibt wieder Anlass zur Hoffnung. Derzeit bilden 3 Patres, ein Bruder und ein Student die Hausgemeinschaft. Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur die Mitarbeit in den Seelsorge-Einheiten St. Bonifatius/St. Ambrosius und Konz, sondern auch eine pfarrübergreifende Jugendpastoral. Die wöchentlichen "Frühschichten" (Morgenlob) in der Advents- und Fastenzeit, sowie die monatlichen Jugendmessen  werden von immer mehr jungen Menschen besucht. Verschiedene Gruppen und Gremien aus den umliegenden Pfarreien (Pfarrgemeinderäte, Firmlinge, Messdiener etc.) nehmen gerne das Angebot an, sich im Vincentinum zu treffen oder hier zu tagen. Für die Zukunft unseres Ausbildungshauses hoffen wir, dass es mit Gottes Segen wieder eine wachsende Bedeutung erlangt, die noch über die Grenzen der deutschen Provinz hinausgeht.




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